HINTERGRUND

 

DER MOB

 

Feiern. Clubben. Party machen. Der Tag danach ein verkatertes Trauerspiel. Das Atmen fällt schwer, die Energie ist raus und die Zeit der Erholung viel zu kurz. Hoffentlich räumt jemand auf und kümmert sich um den Müll. Das ist uns allen schon passiert – auch der Umwelt.

WARUM DAS GANZE.

Die Rechnung ist einfach: Die deutsche Clubszene zählt aktuell mehr als 5.500 Veranstaltungsorte. Der durchschnittliche CO2- Ausstoß eines mittelgroßen Clubs beträgt 70 Tonnen pro Jahr. Macht  dann… zu viel. Und jetzt? Wir hören auf zu feiern. Oder besser: Wir feiern einfach weiter, der Apokalypse entgegen, aber immerhin gemeinsam, bei guter Musik. Romantische Vorstellung.

Unsere Rechnung geht anders. Der Energiebedarf im Clubbereich ist enorm. Check. Die Kosten für eine umfassende ökologische Sanierung auch. Check. Das kann keiner bezahlen. Check. Wir können nichts tun. Falsch.

Was Clubs benötigen, ist eine professionelle Beratung und Budget. Energieeffiziente Lösungen müssen her, die den Clubs helfen, ihre Energiebilanz zu verbessern. Schon durch kleine Veränderungen, wie der Reduktion des Strom- und Wasserverbrauchs, den Einsatz energieeffizienter Technik für Licht, Kühlung und Abfallentsorgung können enorme CO2-  und Kosteneinsparungen erzielt werden. Wie das gehen soll, kommt jetzt.

DIE IDEE – HOW TO… CLUBMOB.

Wie schafft man es einen Clubbetreiber für Energieeffizienz zu begeistern?
Man stellt ihm in Aussicht an einem Abend schiere Massen an Feierwütigen in seinen Club zu locken, die dann den Gewinn ordentlich durch die Decke gehen lassen. Im Gegenzug verpflichtet er sich dazu, einen großen Anteil seines Gewinns von diesem Abend in energie- und ressourcensparende Maßnahmen zu investieren. So einfach, so gut.

Wir wollen eine grüne Clubkultur in Berlin. Dazu suchen wir Kontakt zu Berliner ClubbetreiberInnen. Besteht Interesse, sich den CLUBMOB ins Haus zu holen, startet der Prozentedeal. Der Club, der bereit ist, den höchsten prozentualen Anteil der Abendeinnahmen in Maßnahmen zur Verbesserung seiner Energiebilanz zu investieren, bekommt den Zuschlag und wird von uns gemobbt.
Klingt übel, ist es aber gar nicht.

Zur CLUBMOB-Party mobilisieren wir Clubgänger und Feierwütige, die zusätzlich zum Stammpublikum den Gewinnerclub stürmen. Die Abendeinnahmen werden um ein Vielfaches gesteigert. Der vorab vereinbarte prozentuale Anteil des Gewinns der Mobparty geht komplett in die ökologische Sanierung des Clubs.

PRINZIP „CARROTMOB“
Unserer Idee liegt das Carrotmob-Prinzip zugrunde. Ein Carrotmob ist eine Klimaschutzaktion bei der jedeR gewinnt und an der JedeR teilnehmen kann. Der Carrotmob setzt auf die Macht des Verbrauchers. Das Prozedere ist ganz einfach: Statt Geschäfte und Unternehmen, die sich „umwelt- und klimafeindlich“ verhalten, mit einem Boykott zu bestrafen, können Verbraucher hier diejenigen belohnen, die bereit sind, etwas Gutes zu tun. Die Organisatoren legen gemeinsam mit den GeschäftsinhaberInnen fest, zu welchem Zeitpunkt der Carrotmob stattfinden soll. Die InhaberInnen verpflichtet sich, einen bestimmten Prozentsatz ihrer während des Mobs erzielten Umsätze in klimafreundliche Maßnahmen zu investieren.

ENERGIEBERATUNG.

Die Initiative CLUBMOB.BERLIN leistet vor allem eines: eine sichere Starthilfe und Orientierung im Energieeffizienzdschungel. Die Clubs erhalten vorab eine kostenfreie und professionelle Energieberatung. Unsere Energiesparberater zeigen den ClubbetreiberInnen durch eine Vor-Ort-Begehung und in Beratungsgesprächen konkrete Einsparmöglichkeiten auf und erarbeiten mit ihnen gemeinsam einen Maßnahmenkatalog. Wir stehen den Clubs bis zur Umsetzung der ausgewählten (und realisierbaren) Maßnahmen unterstützend zur Seite.

 

Durch eine Initiative des Projektes MORGEN LANDE wurde an einem Green Clubbing Konzept gearbeitet, Energieeffizienz auch für Clubbetreiber interessant zu machen. Das Ergebnis ist der erste CLUBMOB in der Geschichte Berlins: Der Carrotmob kommt in die Clubs.

Seit Juni 2011 arbeitet das Projektteam mit Unterstützung von der Green Music Initiative, der sinnwerkstatt, der Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz e. V., dem Berliner Energiecheck und Naturlux an der Planung und Organisation der Events – mit Erfolg:

Erster Clubmob
19. Dezember 2011 im Kreuzberger SO36. Hier geht’s zur Bilanz des Abends.

Zweiter Clubmob
21. April 2012 im Friedrichshainer Club M.I.K.Z. Hier geht’s zur Bilanz des Abends.

 

Wir sind stets auf der Suche nach neuen Clubs. Schlagt uns Euren Club der Herzen per Mail an hello@clubmob.de vor, wir treten dann schnellstmöglich mit den BetreiberInnen in Kontakt.

 

CLUBMOB.BERLIN im SO36 | Montech | 19.12.2011